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Norbert Nagel

Salzburger Festspiele 2011

In vorbildlicher Wortdeutlichkeit, keine Silbe vernachlässigend, präzise in der Farbgebung sang Angela Denoke die Lieder. Im ersten Teil noch im Anzug auf androgyn gestylt, danach mit engem Kleid, verströmte sie ihre Kunst mit kühler Erotik. Sicher waren Tal Balshai am Klavier und vor allem der wunderbare Norbert Nagel an seinen Blasinstrumenten sehr musikalische Begleiter.

Ständchen für Astor Piazzolla

Das Rundfunkorchester und “JuNo” im Fürther Theater

Beifallsstürme ernteten das Nürnberger Weltmusik-Ensemble “JuNo” und das Münchner Rundfunkorchester für ihr gemeinsames Tango-Projekt im ausverkauften Fürther Stadttheater.

Eine schönere Hommage hätte sich Astor Piazzolla (1921-1992) kaum wünschen können: Anlässlich seines 90. Geburtstags am 11. März stellte Norbert Nagel ein ebenso unterhaltsames wie unkonventionelles Programm rund um den Tango Nuevo zusammen. Dabei übernahm der 50-Jährige nicht nur die musikalische Leitung, sondern auch die launige Moderation und glänzte überdies als Solist.

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Eine Sternstunde der Musik in faszinierenden Klangfarben

Das „Ensemble Juno“ begeistert bei „Kultur im Bürgerhaus“

Mühlhausen – rka – Jeder für sich ist ein musikalischer Ausnahmekönner, gemeinsam sind sie ein unschlagbares Weltklasseteam und brillieren mit Weltklassemusik, ob Barock, Tango Nueva, Jazz, Musical oder Volksmusik. „Ein Spaziergang“ nennt sich das Programm des „Ensembles Juno“, welches das Quartett bei „Kultur im Bürgerhaus“ präsentiert. Beteiligt sind Norbert Nagel (Klarinetten, Saxophon), Jurij Kravets (Akkordeon, Vibrandoneon), Roland Duckarm (Percussion) und Norbert Meyer-Venus (Kontrabass). All diese Namen bürgen für höchste musikalische Qualität. Wer schon einmal erleben wollte, was Spielfreude bedeutet, der sollte dem Klarinettisten und Saxophonisten Norbert Nagel lauschen. Wer einmal darüber staunen möchte, was Fingerfertigkeit auf dem Akkordeon bedeutet, der muss bei Jurij Kravets genau hinschauen. Wer vollendete Hingabe an jedes nur mögliche Schlagwerk erleben möchte, findet in Roland Duckarm den richtigen Mann. Und wer bisher glaubte, dass Kontrabassisten eher im Hintergrund als Begleiter wirken, der wurde von Norbert Meyer-Venus eines Besseren belehrt. Alle vier Musiker zusammen bilden das „Ensemble Juno“, das sich diesen Namen nach der römischen Göttin der Geburt und der Fruchtbarkeit gegeben hat. Wie fruchtbar das nahtlose Zusammenspiel dieser vier Vollblutmusiker ist, bewiesen sie bei ihrem Auftritt im Bürgerhaus. Mehrere Zugaben rissen die Besucher von ihren Sitzen und zu stehenden Ovationen hin (Originalton Norbert Nagel: „Standing Ovations müssen nicht sein, tun aber gut“).

Experimentierfreudige Forscher und intensiv Suchende sind sie, die vier Künstler. Sie haben es sich zu ihrer Aufgabe gemacht, zu den Ursprüngen der barocken Musik vorzudringen. Klingt vielleicht langweilig? Nicht, wenn es sich dabei um das „Ensemble Juno“ handelt. Denn hier vermischen, überlappen sich die Gattungen der ernsten Musik und der Unterhaltungsmusik. Man vermittelt ein völlig anderes Bild von klassischer Musik. Sie ist nicht nur für die „Oberen Zehntausend“ geschrieben, sondern ein Teil der Volkskultur im Wechselspiel verschiedener Einflüsse. Dabei finden die Musikanten zu den Wurzeln der volkstümlichen Musik zurück. Kravets stammt aus der Ukraine, Duckarm wuchs in Rumänien auf, Norbert Nagel stammt aus der Oberpfalz. So entsteht eine typische „Juno-Mixtur“, der Stilepochen und musikalische Grenzen herzlich egal sind. Da stehen zum Beispiel knallhart nebeneinander die innig zarte, aber überhaupt nicht kitschige Version von Bachs „Air“, gleich darauf explodiert die Musik in einem temperamentvollen, bulgarischen Volkstanz.

Überhaupt hat das Ensemble eine große Vorliebe für den Barockmeister Johann Sebastian Bach. Da erklingt seine „Flötensonate g-moll“ schon mal in einer Bearbeitung für Klarinette und Vibrandoneon („Melodica der Profis“), was sich überraschend volkstümlich anhört. „Wie auf einer Skihütte“, beschreibt es Norbert Nagel, der das Publikum mit seinen Moderationen bestens unterhält. Als Barockmusik im neuen Gewand präsentiert man auch das „Allegro“, bei dem Temposteigerungen, dynamische Akzente, Wechsel in der Spannung wie von selbst gelingen. Die rasanten Sechzehntelläufe perlen spielerisch aus Klarinette und Vibrandoneon. Dass sich der Barockmeister auch trefflich verjazzen lässt, ist ja hinreichend bekannt. Auch das „Ensemble Juno“ beweist das mit der federleicht dahinplätschernden „Badenerie“, in der Norbert Nagel und Jurij Kravets ein mühelos virtuoses Wechselspiel treiben, dass das Zuhören eine Freude ist.

Brilliante Musiker sind sie alle vier, mit reicher Erfahrung in weltbekannten Klassiker- und Jazzorchestern. Es ist schon faszinierend, welche Klangfarben und Abstufungen Norbert Nagel aus seinen verschiedenen Klarinetten und Saxophonen hervorzaubert, mal jauchzend und jubilierend, mal melancholisch bis tief traurig. Dieser Künstler hat Musik im Blut und ist sowohl mit der Klassik als auch mit dem Jazz bestens vertraut. Wie er selbst erzählt, spielt er als Solist bei den Berliner und Münchner Philharmonikern oder an der Münchner Staatsoper, pflegt Kontakte zu Konstantin Wecker und liebt Ausflüge in die Big Bands von Max Greger und Hugo Strasser. Natürlich darf in seinem Repertoire auch Astor Piazollas Tangomusik nicht fehlen. Wunderschön und zu Herzen gehend spielt Nagel auf seiner Bassklarinette die Ballade „Oblivion“.

Ebenso vielseitig ist der aus der Ukraine stammende Jurij Kravets, im Jahre 2002 Weltmeister im Akkordeonspiel (Norbert Nagel schelmisch: „Nicht bei den Senioren“). Seine schlafwandlerische Perfektion – meist spielt er mit geschlossenen Augen – zieht das Publikum in seinen Bann. Und dann die „Toccata d-moll“, die Bravour-Komposition des Altmeisters Bach, geschrieben für die große Orgel. Dieser Kunstgenuss war schon allein das Eintrittsgeld wert. Man fühlt sich versetzt in einen weiten Kirchenraum, auf der Bühne sitzt einsam der Weltmeister des Akkordeons und präsentiert mit perfekter Fingertechnik einen der Höhepunkte dieses Konzertabends, von den Zuhörern mit begeisterten Bravo-Rufen bedacht. Witzig und erzählfreudig fließt dann seine Eigenkomposition „Katharina“ dahin, die er seiner fünfjährigen Tochter widmet. Man kann sich beide gut vorstellen, die mal verspielte, mal trotzige Kleine und ihren sinnend in die Zukunft blickenden Vater.

Norbert Meyer-Venus und Roland Duckarm überzeugen vor allem mit ihren unaufdringlichen, einfühlsamen Begleitung, aber auch mit ihren virtuosen Soli. Faszinierend, welches Klangspektrum beispielsweise Roland Duckarm mit Sticks, Besen, Fingerkuppen und flacher Hand aus einem einzigen Becken entstehen lässt, erfinderisch und atemberaubend. Dem möchte selbstverständlich Norbert Meyer-Venus nicht nachstehen und entlockt seinem Kontrabass zauberhafte Töne. Eines fällt beim gemeinsamen Musizieren auf: Das Quartett schielt nicht nach bloßen Effekten, im Gegenteil. Einen Ohrwurm wie „Der Geiger auf dem Dach“ aus dem Musical „Anatevka“ beenden die Musiker nicht mit einem vordergründigen Knalleffekt, sonder Norbert Nagel lässt das Lied ganz leise verklingen. Sicher hätte man das Fallen einer Stecknadel gehört.

Ganz sicher gingen die Besucher im ausverkauften Bürgerhaus mit einem guten Gefühl nach Hause. Hatten sie doch gerade einen unvergesslichen Abend erlebt, bei dem musikalische Grenzen gebrochen und überschritten wurden, aber Gegensätze sich wunderbar vereinten.

Kritiken

Resonanz

„Norbert Nagel spielt nicht nur virtuos sondern mit Herzblut.“

berliner morgenpost

„… , du bist wie Brausepulver, …“

leo, ein fan

„So einen Saxofonisten habe ich noch nicht gehört.“

kent nagano

„… harter Name , butterweicher Ansatz …“

stuttgarter zeitung

„Ein richtiger Profi.“

ingo metzmacher

„Sehr faszinierend mit welcher Leichtigkeit Herr Nagel die Perfektion auf allen seinen Instrumenten erreicht.“

andreas volz, ein fan

„… Norbert höre ich aus 100 Saxofonisten raus.“

thilo wolf

„…, mal schmetterte er die hellsten Töne hervor, mal spielte er unauffällig leise und kaum wahrnehmbar…“

nürnberger nachrichten

„Norbert spricht aus der Musik.“

dominic miller

„wonderful“

sir simon rattle

„Norbert Nagel verstand es mit einer unglaublichen Leichtigkeit und Virtuosität zwischen allen möglichen Instrumenten hin und her zu wechseln.“

süddeutsche zeitung